500 € bis Weihnachten sparen: Dein realistischer 8-Wochen-Plan

Weihnachten war bei uns die letzten Jahre immer besonders schmerzhaft fürs Budget.

Nicht unbedingt, weil wir völlig übertrieben haben oder ich Ende November plötzlich beschlossen hätte, dass jedes Familienmitglied ein Geschenk im Wert eines Kleinwagens braucht.

Sondern weil irgendwann klar war:

Das normale Monatsbudget reicht dafür einfach nicht.

Und dann musste ich an unser Spargeld.

Gerade in der Elternzeit fand ich das besonders bitter. Da spart man sich mühsam etwas zusammen und kurz vor Weihnachten macht das Ersparte gefühlt einmal wusch.

Denn es sind ja nicht nur die großen Geschenke.

Dazu kommen oft noch Kleinigkeiten für Kollegen, Erzieher im Kindergarten, Lehrer, Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Menschen, die einem kurz vor Weihnachten noch einfallen.

Und plötzlich wird aus:

„Dieses Jahr habe ich wirklich gut geplant.“

ein:

„Ähm … wo kommen denn jetzt noch mal diese zusätzlichen 200 € her?“

Bei mir war es bisher jedenfalls ziemlich zuverlässig so: Ich habe deutlich mehr ausgegeben, als ich eigentlich wollte.

Dabei schenke ich gerne.

Wenn ich sehe, dass sich jemand wirklich freut, ist mir das auch etwas wert.

Schenken soll Freude machen. Dem Beschenkten, aber auch mir selbst.

Also habe ich mir dieses Jahr eine andere Frage gestellt:

Kann ich den finanziellen Teil schon vorher entschärfen?

Nicht an Weihnachten sparen.

Sondern vor Weihnachten 500 € zusätzlichen Spielraum schaffen, damit ich im Dezember möglichst nicht wieder an unser eigentliches Spargeld muss.

Genau daraus ist diese kleine 500-Euro-Sparchallenge entstanden.

500 € bis Weihnachten sparen. In 8 Wochen.

Ohne acht Wochen Verzicht.

Ohne Familienausflüge zu streichen.

Und ohne den berühmten Ratschlag, einfach keinen Coffee to go mehr zu trinken. LOL.

So sollen die 500 € zusammenkommen

WocheAktionZiel
Woche 1Geldlecks finden50 €
Woche 2Vorräte nutzen60 €
Woche 3Dinge verkaufen100 €
Woche 4Alltag clever reduzieren50 €
Woche 572-Stunden-Kaufpause70 €
Woche 6Weihnachtsbudget prüfen70 €
Woche 73 No-Spend-Tage40 €
Woche 8Beste Methode wiederholen60 €
Gesamt500 €

Die Beträge sind Richtwerte. Wichtig ist nur:

Was du sparst, legst du direkt aufs Weihnachtskonto oder in einen Umschlag.

Und jetzt schauen wir, wo deine 500 € stecken.

Woche 1: Finde die ersten 50 € in deinem Alltag

Öffne dein Onlinebanking und schau dir ungefähr die letzten vier Wochen an.

Nicht mit schlechtem Gewissen. Einfach neugierig.

Wo ist Geld abgeflossen, an das du dich heute kaum noch erinnerst?

Vielleicht:

  • ein Abo, das kaum genutzt wird
  • Versandkosten
  • kleine Onlinebestellungen
  • Lieferdienste
  • App-Abos
  • spontane Drogeriekäufe
  • kleine Spielzeugkäufe zwischendurch

Gerade bei Spielzeug habe ich bei mir selbst gemerkt, wie schnell sich solche Kleinigkeiten summieren.

Hier mal 20 €. Da mal 30 €. Noch ein Glitzergummiball, noch ein Plastik-Monstertruck, noch irgendeine Mini-Puppenwelt, deren Teile zwei Tage später überall herumliegen.

Einzeln fühlt sich das gar nicht nach viel an. Aber am Ende ist erstaunlich viel Geld in Sachen geflossen, die kaum bespielt werden oder irgendwann kaputt im Müll landen.

Ich möchte deshalb lieber zwischendurch weniger solchen Kleinkram kaufen und dafür zu Weihnachten bewusster in etwas Sinnvolleres und qualitativ Besseres investieren.

Weniger Zeug, mehr echter Wert.

Suche dir jetzt drei Dinge:

  1. eine laufende Ausgabe, die du nicht mehr brauchst
  2. einen typischen Spontankauf, den du diese Woche aussetzt
  3. einen Kauf, der problemlos bis Januar warten kann

Ziel: 50 €

Woche 2: Spare 60 € mit dem, was längst da ist

Jetzt gehen wir in die Küche.

Kühlschrank auf. Gefrierschrank auf. Vorratsschrank auf.

Und einmal kurz feststellen, wie viele Mahlzeiten dort eigentlich schon wohnen. 😅

Diese Woche lautet die Frage nicht:

„Was möchten wir essen?“

Sondern:

„Was haben wir schon und was fehlt nur noch dazu?“

Plane vier oder fünf Mahlzeiten zuerst mit vorhandenen Lebensmitteln. Frische Sachen dürfen natürlich dazugekauft werden.

Zusätzlich versuche ich, einen kleinen Zwischeneinkauf zu vermeiden. Denn aus „Ich hole nur kurz Milch“ wird erstaunlich schnell 37,80 €.

Ziel: 60 €

Wenn Lebensmittel bei dir sowieso schon knapp kalkuliert sind, ist diese Woche vielleicht nicht dein größter Hebel. Keine Sorge. Woche 3 kann deutlich mehr bringen.

Woche 3: Hol bis zu 100 € aus deinen Schränken

Fast jede Familie hat Dinge herumliegen, die niemand mehr wirklich benutzt:

Geld sparen mit dem Verkauf von Sachen wie Kinderkleidung,Elektrogeräte,Bücher
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  • Kinderkleidung
  • Spielzeug
  • Babyzubehör
  • Kinderfahrzeuge
  • Elektrogeräte
  • Bücher
  • Küchengeräte
  • Kleidung oder Taschen

Und irgendwo gibt es wahrscheinlich diese Kiste: „Das könnte ich eigentlich mal verkaufen.“

Genau die ist jetzt dran.

Aber bitte nicht das ganze Haus ausmisten. Nimm zehn Dinge. Fotografieren. Preis festlegen. Einstellen. Fertig.

Starte am besten mit Sachen, die mindestens 10 bis 30 € bringen könnten.

Und ja: Verkaufen kostet Zeit. Deshalb würde ich lieber zehn gute Dinge einstellen als 47 einzelne Bodys für jeweils 1,50 €. Das hier soll Geld bringen und nicht dein neues Vollzeitprojekt werden.

Die 100 € müssen außerdem nicht innerhalb von exakt sieben Tagen eingehen. Stell die Sachen jetzt ein und zähle die Erlöse auch später noch zur Challenge.

Ziel: bis zu 100 €

Woche 4: Spare 50 €, ohne dass es jemand merkt

Jetzt suchen wir Einsparungen, bei denen möglichst wenig Lebensqualität verloren geht.

Wenn der Kakao nach dem Winterspaziergang für euch dazugehört, bleibt der. Wenn dein Kaffee mit einer Freundin deine eine ruhige Stunde der Woche ist, bleibt der ebenfalls.

Wir schauen lieber hier:

  • Eigenmarke statt Markenprodukt
  • Snacks und Getränke mitnehmen
  • Versandkosten vermeiden
  • Pflegeprodukte wirklich aufbrauchen
  • Gutscheine nutzen
  • einen Einkauf statt mehrerer kleiner
  • Dinge ausleihen statt spontan kaufen

Die entscheidende Frage lautet: Würde mir diese Einsparung wirklich fehlen?

Wenn nein, perfekt.

Ziel: 50 €

Woche 5: Der 72-Stunden-Test für geplante Käufe

Diese Woche geht es nicht darum, irgendeinen Fantasiekauf zu streichen und sich dann 70 € „anzurechnen“.

Sondern um Dinge, die du wirklich vorhattest zu kaufen.

Zum Beispiel Kleidung, Deko, Haushaltskram, größere Kinderanschaffungen oder Dinge, die gerade im Angebot sind.

Alles, was nicht notwendig ist, bekommt 72 Stunden Wartezeit.

Speichern. Screenshot machen. Warten.

Dann fragst du dich:

Will ich es immer noch?

Und:

Brauche ich es jetzt wirklich oder kann es bis Januar warten?

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Wenn du mehrere geplante Käufe verschiebst oder ganz streichst, können sich daraus über die Woche durchaus 70 € ergeben. Aber nur echtes, ursprünglich eingeplantes Geld zählt.

Ziel: bis zu 70 €

Woche 6: Weihnachtsbudget prüfen und 70 € entschärfen

Jetzt schreiben wir wirklich alle Weihnachtsausgaben auf.

Nicht nur die großen Geschenke.

Auch:

  • Kollegen
  • Erzieher
  • Lehrer
  • Therapeuten
  • Nikolaus
  • Adventskalender
  • Weihnachtsessen
  • Weihnachtsmarkt
  • Deko
  • Porto
  • Verpackung
  • kleine Mitbringsel

Gerade diese vielen kleinen Beträge summieren sich brutal. Acht kleine Geschenke à 15 € sind schon 120 €.

Deshalb frage ich mich diesmal bei jeder Ausgabe:

Muss sie weg oder kann sie einfach kleiner und persönlicher werden?

Oft reicht eine kleine Aufmerksamkeit. Die Weihnachtsdeko muss dieses Jahr nicht noch größer werden. Und bei manchen Geschenken tut eine feste Preisgrenze sogar richtig gut.

Wir sparen hier nicht an Wertschätzung. Wir sparen nur daran, Wertschätzung automatisch mit einem hohen Preis zu verbinden.

Ziel: 70 €

Woche 7: Drei No-Spend-Tage für 40 €

Keine Angst. No-Spend bedeutet nicht, dass niemand das Haus verlassen darf. 😂

Natürlich kaufst du weiterhin notwendige Lebensmittel, Medikamente, Benzin und Dinge, die die Kinder wirklich brauchen.

Für drei vorher geplante Tage stoppen wir nur spontane Onlinekäufe, Lieferdienst, Shopping, Drogerie-Zusatzkäufe und „Ach, das nehme ich auch noch mit“.

Plane diese Tage vorher. Snack einpacken. Abendessen geklärt. Notwendige Besorgungen erledigt.

Ziel: 40 €

Woche 8: Finde die letzten 60 € mit deinem besten Sparhebel

Jetzt schauen wir zurück.

Was hat dir bisher am meisten gebracht?

Verkaufen? Vorräte? Die 72-Stunden-Regel? Weniger spontane Einkäufe?

Dann wiederhole genau das.

Nicht die Methode, die auf dem Papier am cleversten klingt, sondern die, die bei dir wirklich funktioniert hat.

Ziel: 60 €

Damit wären wir bei:

500 € 🎄

Und wenn du am Ende bei 430 € stehst? Dann hast du 430 € mehr als vorher.

Bitte nicht am 23. Dezember noch verzweifelt den Küchentisch verkaufen, nur damit die Zahl stimmt. 😅

Nur noch 6 oder 4 Wochen bis Weihnachten?

Falls du diesen Artikel später findest, musst du natürlich nicht aufgeben.

Sparziel8 Wochen6 Wochen4 Wochen
100 €12,50 €/Wocheca. 16,67 €/Woche25 €/Woche
300 €37,50 €/Woche50 €/Woche75 €/Woche
500 €62,50 €/Wocheca. 83,33 €/Woche125 €/Woche

Diese Zahlen sind nur Durchschnittswerte.

Noch 6 Wochen? Starte mit Geldlecks, Verkaufen, Vorräten, Kaufpause und Weihnachtsbudget.

Noch 4 Wochen? Konzentriere dich zuerst auf Verkaufen, geplante Käufe verschieben, Vorräte und dein Weihnachtsbudget.

Und wenn bei vier Wochen 300 € realistischer sind als 500 €, ist das vollkommen okay.

Häufige Fragen zur 500-Euro-Sparchallenge

Muss ich wirklich 500 € schaffen?

Nein. Die 500 € sind ein klares Sparziel. Aber auch 250 €, 350 € oder 470 € sind Geld, das dir zu Weihnachten zur Verfügung steht.

Zählt Verkaufen überhaupt als Sparen?

Streng genommen ist es eine zusätzliche Einnahme. Für diese Challenge zählt für mich aber nur eine Frage: Wie viel zusätzlicher finanzieller Spielraum liegt am Ende für Weihnachten da?

Was, wenn wir sowieso schon sehr sparsam leben?

Dann findest du wahrscheinlich weniger Geld in Abos, spontanen Einkäufen oder Lebensmitteln. Vielleicht liegt dein größter Hebel beim Verkaufen oder beim Weihnachtsbudget. Und vielleicht werden es am Ende keine 500 €. Auch das ist okay.

Mein Fazit: Ich möchte nicht an Weihnachten sparen

Eigentlich ist das der ganze Gedanke hinter diesem 8-Wochen-Sparplan.

Ich möchte nicht weniger schenken.

Ich möchte nicht weniger Weihnachtszeit mit meinen Kindern erleben.

Und ich möchte nicht bei jedem kleinen Geschenk überlegen, ob ich es mir eigentlich hätte sparen sollen.

Ich möchte nur verhindern, dass ich am Ende wieder denke:

„Okay, dann müssen wir eben ans Spargeld.“

Deshalb versuche ich dieses Jahr, die 500 € vorher zu finden.

Zum Beispiel in Dingen, die wir nicht mehr brauchen, in längst bezahlten Vorräten oder in Käufen, die problemlos bis Januar warten können. Und manchmal auch ganz einfach dort, wo wir Geld ausgeben, obwohl uns die Sache eigentlich viel weniger bedeutet als die Menschen, für die wir an Weihnachten etwas Schönes tun möchten.

Vielleicht werden es die kompletten 500 €. Vielleicht nicht.

Aber wenn kurz vor Weihnachten ein paar Hundert Euro auf einem separaten Konto liegen und ich unser eigentliches Spargeld diesmal nicht anfassen muss, dann ist für mich schon ziemlich viel gewonnen.

Schenken soll Freude machen. Und zwar für beide Seiten.

Wenn das dieses Jahr tatsächlich klappt und ich trotz Kinderchaos und Weihnachtswahnsinn nicht wieder an unser Spargeld muss, dann wäre ich ehrlich gesagt mega stolz auf mich. 🎄

P.S.: Wenn du die Challenge mitmachen möchtest, richte dir heute einen festen Platz für dein Weihnachtsgeld ein. Der erste Euro zählt genauso wie der fünfhundertste.

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