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Eigentlich wollte ich nur ein bisschen kreativ Zeit mit meiner Tochter verbringen.
Ich hatte gerade etwas Luft, holte unsere Kreativbox mit Klorollen, Holzklötzen, Steinen und allem möglichen Zeug hervor und dachte: Komm, wir machen einfach irgendwas.
Sie war vom Kindergarten ziemlich durch, eher überreizt als bastelbegeistert und wollte eigentlich nur auf der Couch herumhüpfen. Basteln? Keine Chance. Meine Motivation war ungefähr bei acht von zehn, ihre eher bei minus zwei.
Also setzte ich mich einfach allein hin und fing an, ein bisschen mit den Sachen herumzuprobieren.
Irgendwann steckte ich ein paar kleine Steine in eine Klorolle, verschloss die Enden und schüttelte sie im Rhythmus. Dazu sang ich ganz automatisch: „Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp.“
Und plötzlich war sie da. Nicht körperlich, sie war ja die ganze Zeit im Raum. 😄 Aber sie war auf einmal online.
Sie kam rüber, wollte die Rolle haben, selbst schütteln, mitsingen und ausprobieren, wie schnell oder langsam wir den Rhythmus machen können.
Aus dieser kleinen Klorolle wurde innerhalb weniger Minuten unsere komplette Nachmittagsbeschäftigung.
Und irgendwann dachte ich: Warum funktioniert gerade diese selbst zusammengebastelte Rassel so gut, während unser perfektes gekauftes Xylophon seit gefühlt Monaten niemanden mehr interessiert?
Wir haben es selbst entdeckt indem einen ganz normalen Gegenstand genommen und ihm plötzlich eine neue Aufgabe gegeben.
Genau daraus entstand die Idee für diesen Artikel: Musikinstrumente basteln mit Kindern, und zwar aus Dingen, die sowieso zu Hause herumliegen.
Weder perfekt, noch teuer. Nicht pädagogisch durchoptimiert.
Einfach ein bisschen Kreativität, ein paar Alltagsgegenstände und die Frage: Was könnte daraus noch werden?
Denn manchmal steckt in einer alten Klorolle eben mehr Musik als im schönsten gekauften Instrument. 😄
Musikinstrumente basteln mit Kindern: Was du vorher wissen solltest
Für die meisten Ideen brauchst du keinen Großeinkauf. Kartons, Klorollen, kleine Flaschen, Pappteller, Gummibänder oder ein Stück Wellpappe reichen oft schon völlig aus. Genau das mag ich an diesen DIY Musikinstrumenten: Dinge, die sonst im Müll landen würden, bekommen plötzlich eine zweite Runde.
Vor allem bei kleineren oder sensiblen Kindern würde ich nicht zehn Materialien gleichzeitig auf den Tisch kippen. Eine Idee auswählen, das passende Material hinlegen und erstmal schauen, wohin die Reise geht. Das reicht völlig. Bei Kindern unter 3 bitte nur unter Aufsicht und ohne verschluckbare Kleinteile.
1. Dosentrommel aus einer Dose oder einem Behälter

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Eine Trommel gehört einfach dazu. Sie funktioniert sofort, braucht kaum Vorbereitung und Kinder müssen nicht erst verstehen, wie man sie benutzt.
Du brauchst
- eine saubere Dose ohne scharfe Kanten oder einen stabilen runden Behälter
- einen großen Luftballon oder Backpapier
- ein kräftiges Gummiband oder Schnüre
- optional Papier, Farbe oder Sticker zum Verzieren
So geht’s
Schneide den schmalen Hals des Luftballons ab und ziehe den breiten Teil möglichst straff über die Öffnung der Dose. Sichere ihn zusätzlich mit einem Gummiband. Danach darf dekoriert werden. Du kannst ebenfalls Backpapier, statt des Luftballons straff mit Schnüren befestigen.
Getrommelt wird mit den Händen oder mit geeigneten Holzstäben.
Aufwand: etwa 10 Minuten
Geeignet: eher ab 3 Jahren mit Unterstützung
Wichtig: Bei Metalldosen die Kanten sehr sorgfältig prüfen. Im Zweifel lieber einen stabilen Kunststoffbehälter verwenden.
2. Regenmacher aus einer Papprolle

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Der Regenmacher ist das komplette Gegenteil der Trommel. Statt BÄM BÄM BÄM gibt es ein sanftes Rieseln, wenn die Füllung langsam durch die Rolle wandert.
Du brauchst
- eine stabile Papprolle
- Reis oder trockene Linsen
- Papier oder Pappe zum Verschließen
- Klebeband
- einen längeren Papier- oder Pappstreifen für innen
So geht’s
Falte den Papierstreifen ziehharmonikaartig und schiebe ihn in die Rolle. Verschließe eine Seite gut, gib etwas Reis oder Linsen hinein und teste den Klang. Wenn es schön rieselt, verschließt du auch die zweite Seite wirklich fest.
Danach kann die Rolle bemalt oder beklebt werden.
Aufwand: etwa 15 Minuten
Geeignet: ab etwa 3 Jahren mit Hilfe
Bei kleinen Kindern unbedingt darauf achten, dass die Füllung nicht herauskommen kann.
3. Rassel aus einer kleinen Flasche
Wenn Musikinstrumente basteln einfach sein soll, ist diese Idee kaum zu schlagen.
Flasche. Füllung. Deckel. Fertig.
Du brauchst
- eine kleine stabile Kunststoffflasche mit Schraubverschluss
- etwas Reis, trockene Linsen oder größere trockene Hülsenfrüchte
So geht’s
Fülle nur eine kleine Menge in die Flasche und verschließe sie gut. Schon wenige Löffel reichen. Bei kleineren Kindern sollte ein Erwachsener den Deckel zusätzlich so sichern, dass er sich beim Spielen nicht öffnen kann.
Spannend wird es, wenn ihr zwei Rasseln unterschiedlich befüllt und die Klänge miteinander vergleicht.
Aufwand: 5 Minuten
Geeignet: ab etwa 2 bis 3 Jahren unter Aufsicht
4. Gummiband-Gitarre aus Karton

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Die Gummiband-Gitarre ist eine meiner liebsten Ideen, weil Kinder direkt sehen können, dass die Gummibänder beim Zupfen schwingen.
Du brauchst
- einen kleinen offenen Karton,Schuhkarton oder am besten eine leere Tempobox.
- mehrere Gummibänder in unterschiedlichen Dicken
So geht’s
Spanne die Gummibänder nebeneinander über die offene Seite des Kartons, evtl an den Seiten mit Tesa befestigen. Danach wird gezupft.
Probiert unterschiedliche Gummibänder aus. Dünne, dicke, straff gespannte oder lockerere Bänder können ganz verschieden klingen.
Aufwand: 5 bis 10 Minuten
Geeignet: ab etwa 3 Jahren
Achte darauf, dass die Gummibänder intakt sind und niemand sie in Gesichtsnähe stark spannt.
5. Tamburin aus Papptellern
Ein Pappteller-Tamburin ist eine klassische Idee für Kindergarten oder Kita und funktioniert genauso gut zu Hause.
Du brauchst
- zwei stabile Pappteller
- eine kleine Menge Reis oder Linsen
- Kleber oder einen Tacker für Erwachsene
- optional Farben, Sticker oder Stifte
So geht’s
Die Pappteller können zuerst bemalt werden. Danach gibst du etwas Reis oder Linsen auf einen Teller und legst den zweiten umgedreht darüber. Verbinde beide Ränder vollständig und stabil miteinander.
Wenn du einen Tacker verwendest, übernimmt diesen Schritt selbstverständlich ein Erwachsener. Die Klammern anschließend zusätzlich abkleben.
Aufwand: etwa 10 bis 15 Minuten
Geeignet: ab etwa 3 Jahren mit Hilfe
6. Panflöte aus Papierstrohhalmen
Die Panflöte bringt noch einmal eine ganz andere Spielweise hinein. Hier wird nicht geschüttelt oder geschlagen, sondern gepustet.
Du brauchst
- mehrere stabile Papierstrohhalme
- eine Schere
- Klebeband
So geht’s
Schneide die Strohhalme in unterschiedliche Längen, lege sie der Größe nach nebeneinander und befestige sie mit Klebeband.
Ältere Kinder können vorsichtig über die Öffnungen pusten und ausprobieren, ob sich die unterschiedlichen Längen im Klang bemerkbar machen.
Aufwand: etwa 10 Minuten
Geeignet: eher ab 4 Jahren
7. Kastagnetten aus Pappe und Metall-Flaschendeckeln

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Klapp. Klapp. Klapp. Mehr braucht es manchmal gar nicht.
Du brauchst
- einen Streifen stabile Pappe
- zwei Metall-Flaschendeckel
- sehr starken Bastelkleber oder Heißkleber für Erwachsene
So geht’s
Falte den Pappstreifen einmal in der Mitte. Auf beide Innenseiten kommt jeweils ein Flaschendeckel, sodass die Metallflächen beim Zusammendrücken aufeinandertreffen.
Die Deckel werden von einem Erwachsenen sehr fest geklebt. Nach dem vollständigen Trocknen kann der Pappstreifen wie eine kleine Zange zusammengedrückt werden.
Aufwand: etwa 10 Minuten plus Trocknungszeit
Geeignet: eher ab 4 Jahren unter Aufsicht
Wichtig: Metall-Flaschendeckel können scharfe Kanten haben und sind Kleinteile. Sorgfältig prüfen und nicht unbeaufsichtigt mit kleinen Kindern verwenden.
8. Wasser-Xylophon aus Gläsern

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Okay, streng genommen wird hier kaum gebastelt. Aber der Aha-Effekt ist so schön, dass das Wasser-Xylophon unbedingt mit in die Sammlung darf.
Du brauchst
- mehrere gleichartige Gläser
- Wasser
- einen kleinen Löffel
- optional evtl. Lebensmittelfarbe für das Wasser
So geht’s
Stelle die Gläser nebeneinander und fülle unterschiedlich viel Wasser hinein. Danach vorsichtig mit einem Löffel gegen die Gläser klopfen.
Klingen sie gleich? Nein. Genau das macht daraus nebenbei ein kleines Klangexperiment.
Aufwand: 5 Minuten
Geeignet: ab etwa 4 Jahren mit Begleitung
Bei sehr kleinen oder impulsiven Kindern würde ich lieber eine der bruchsicheren Ideen wählen.
9. Wellpappe-Güiro aus Verpackungsmaterial

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Diese Idee mag ich besonders, weil hier nicht geschlagen, geschüttelt oder gezupft wird. Stattdessen wird gerubbelt. Das fühlt sich sofort anders an und bringt einen neuen Klang in die Sammlung.
Du brauchst
- eine stabile Papprolle
- einen Streifen Wellpappe
- Kleber oder Klebeband
- einen Holzstab oder dicken Stift
So geht’s
Wickle die Wellpappe mit der geriffelten Seite nach außen um die Rolle und befestige sie gut. Danach kann dein Kind mit einem Holzstab oder dicken Stift über die Riffelung streichen.
Probiert schnelles und langsames Rubbeln aus. Schon verändert sich der Rhythmus.
Aufwand: etwa 10 bis 15 Minuten
Geeignet: ab etwa 3 Jahren
Raue Kanten kannst du bei Bedarf mit Klebeband glätten.
10. Kamm-Kazoo aus Kamm und Butterbrotpapier
Das ist wahrscheinlich die unscheinbarste Idee dieser Liste und gleichzeitig eine der lustigsten. Du brauchst fast nichts und bekommst trotzdem einen überraschenden Sound.
Du brauchst
- einen normalen Kamm
- ein Stück Butterbrotpapier oder dünnes Pergamentpapier
So geht’s
Falte das Papier einmal um den Kamm. Halte Kamm und Papier an die Lippen und summe hinein. Wichtig: nicht einfach pusten. Das Summen bringt das Papier zum Vibrieren und erzeugt den typischen Kazoo-Klang.
Aufwand: etwa 2 Minuten
Geeignet: eher ab 4 Jahren
Bei jüngeren Kindern dabeibleiben und darauf achten, dass das Papier nicht in den Mund genommen wird.
Musikinstrumente basteln in Kindergarten und Kita
Viele dieser Ideen funktionieren wunderbar in einer Gruppe. Besonders praktisch finde ich Rasseln, Regenmacher, Trommeln, Gummiband-Gitarren und das Wellpappe-Güiro, weil die Grundkonstruktion einfach ist und jedes Kind sein Instrument anschließend individuell gestalten kann.
Danach kann aus der Bastelrunde direkt eine kleine Musikrunde werden. Ein Kind gibt einen Rhythmus vor, die anderen versuchen ihn nachzumachen. Ihr könnt laut und leise spielen, schnell und langsam oder ausprobieren, welche Instrumente gut zusammenpassen.
Wenn dein Kind empfindlich auf Geräusche reagiert
Für sensible Kinder können plötzlich entstehende oder sehr laute Geräusche schnell unangenehm werden.
Dann würde ich nicht zehn Instrumente gleichzeitig auf den Tisch stellen. Lass dein Kind zunächst ein Instrument selbst ausprobieren und die Lautstärke kontrollieren.
Ein Regenmacher oder eine leise gefüllte Rassel kann ein angenehmer Einstieg sein. Trommel und Tamburin können warten.
Und wenn dein Kind nach dem Basteln überhaupt keine Lust auf gemeinsames Musizieren hat, muss daraus auch keine Familienband werden.
Basteln darf einfach Basteln sein.
Kleine Musikspiele mit euren selbst gebastelten Instrumenten
Wenn die Instrumente fertig sind, könnt ihr natürlich einfach loslegen. Oder ihr macht daraus ein kleines Spiel.
Du trommelst zum Beispiel einen einfachen Rhythmus und dein Kind versucht, ihn nachzumachen. Ihr könnt euch abwechseln, einmal ganz leise und einmal laut spielen oder bei einem vereinbarten Zeichen plötzlich stoppen.
Auch eine kleine Kinderdisco funktioniert wunderbar: Lieblingsmusik an, Instrument aussuchen und mitspielen.
Und wenn nach sieben Minuten jeder etwas anderes macht?
Willkommen im Familienorchester. 😂
Häufige Fragen zum Musikinstrumente basteln
Welche Musikinstrumente kann man einfach selber machen?
Besonders einfach sind Rasseln, Trommeln, Regenmacher, ein Kamm-Kazoo und eine Gummiband-Gitarre. Viele davon entstehen aus Dingen, die ohnehin zu Hause herumliegen.
Welche Musikinstrumente kann man mit kleinen Kindern basteln?
Für jüngere Kinder eignen sich vor allem Instrumente mit wenigen Arbeitsschritten, zum Beispiel eine gut verschlossene Rassel oder eine vorbereitete Trommel. Kleinteile sollten vermieden oder absolut sicher befestigt werden.
Welche Musikinstrumente eignen sich zum Basteln im Kindergarten?
Gut geeignet sind Regenmacher, Rasseln, Dosentrommeln, Pappteller-Tamburine, Gummiband-Gitarren und Wellpappe-Güiros. Sie lassen sich einfach vorbereiten und anschließend von den Kindern gestalten.
Kann man Musikinstrumente aus Alltagsmaterialien basteln?
Ja. Papprollen, Kartons, kleine Flaschen, Pappteller, Wellpappe oder Gummibänder reichen für viele einfache DIY Musikinstrumente bereits aus.
Was lernen Kinder beim Basteln von Musikinstrumenten?
Beim Basteln und Spielen erleben Kinder ganz nebenbei, wie unterschiedliche Geräusche entstehen. Sie können Rhythmen ausprobieren, Klänge vergleichen und entdecken, dass Material, Spannung, Länge oder Füllmenge einen Unterschied machen.
Fazit: Manchmal steckt in einer Klorolle mehr Musik als im perfekten Spielzeug
Eine leere Dose, ein Karton oder eine Papprolle sehen erstmal nicht besonders spektakulär aus.
Bis ein Kind daraus ein Instrument macht.
Und genau das mag ich an diesen Ideen so sehr: Du musst nicht erst eine riesige Bestellung aufgeben, um einen schönen Nachmittag vorzubereiten. Viele Materialien liegen ohnehin zu Hause herum und einige Musikinstrumente sind in wenigen Minuten gebastelt.
Such dir deshalb nicht gleich alle zehn Ideen aus.
Nimm die eine, für die du gerade das Material da hast.
Wenn daraus anschließend eine halbe Stunde Musik wird: wunderbar.
Wenn dein Kind fünf Minuten trommelt und die Dose danach zum Parkplatz für Spielzeugautos erklärt: auch wunderbar.
Die beste Bastelidee ist schließlich nicht die, die auf Pinterest perfekt aussieht, sondern die, mit der ihr tatsächlich Spaß habt. ❤️







